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Monitor Lehrerbildung

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Drei Fragen an Helmut Holter, Präsident der Kultusministerkonferenz

Welche Chancen bietet aus Ihrer Sicht die Digitalisierung für Schule und Unterricht?

Helmut Holter: Digitale Medien halten ein großes Potential zur Entwicklung neuer Lehr- und Lernprozesse bereit. Sie tragen dazu bei, Schülerinnen und Schüler noch besser fördern zu können, insbesondere im inklusiven Unterricht, und damit unsere Anstrengungen für mehr Chancengerechtigkeit durch Bildung zu unterstützen. Doch dabei darf die Technik nicht den Unterricht bestimmen, sondern soll Inhalte und pädagogische Ziele unterstützen. Unsere Strategie soll es ermöglichen, an der digitalen Welt selbstbestimmt und kritisch teilhaben zu können, aber diese Welt auch selbst gestalten zu können.

Im Jahr 2016 hat die Kultusministerkonferenz die Strategie »Bildung in der digitalen Welt« entworfen. Dort wird detailliert aufgelistet, welche Kompetenzen Lehrende aller Fächer und aller Phasen der Lehrerbildung aufbauen und vertiefen sollen, um Lehr-Lern-Prozesse im digitalen Zeitalter zielführend zu gestalten. Welche Rolle spielt die erste Phase der Lehrerbildung, das Lehramtsstudium, beim Erwerb dieser Kompetenzen?

Helmut Holter: Wir müssen künftige Lehrkräfte fit machen in der universitären Ausbildung in den Unterrichtsfächern sowie in den Bildungswissenschaften. Vor allem in der universitären Lehrerbildung werden wesentliche Grundlagen für die Kompetenzentwicklung von Lehrkräften gelegt, die im Vorbereitungsdienst und in der Fortbildung ausgebaut werden. Aus diesem Grund hat die Kultusministerkonferenz ein Verfahren in Gang gesetzt, mit dem die Beschlüsse der KMK bezüglich der Anforderungen an die Professionalität von Lehrkräften aktualisiert werden sollen. Hier fließt auch die Expertise aus der Wissenschaft und den Verbänden ein.

Wie kann sichergestellt werden, dass die Hochschulen die in der Strategie formulierten Ziele für die Lehrerbildung auch umsetzen und den Prozess aktiv mitgestalten?

Helmut Holter: Die Hochschulen haben ein hohes Eigeninteresse, die technologischen Möglichkeiten der Digitalisierung in die Strukturen und Abläufe in Forschung und Lehre effizient und nachhaltig zu integrieren. An der Überarbeitung der Rahmenvorgaben der KMK für die Lehrerbildung zur Umsetzung unserer Strategie sind die Hochschulen daher in besonderem Maße beteiligt. Daneben gibt es verschiedene Qualitätssicherungsmaßnahmen. Wir tauschen uns beispielsweise regelmäßig mit der Hochschulrektorenkonferenz dazu aus. Auch im Rahmen der Akkreditierung von Studiengängen gibt es Kooperations- und Steuerungsstrukturen, die die Umsetzung der für die Lehrerbildung formulierten Ziele
ermöglichen.