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Monitor Lehrerbildung

© 2015 | Bertelsmann Stiftung, CHE Gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung, Deutsche Telekom Stiftung, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.

Vorwort

Die Professionalität von Lehrkräften hängt maßgeblich von der Qualität ihrer Ausbildung ab. Sie sollte, um Lehrerinnen und Lehrer optimal auf die Herausforderungen des Berufs vorzubereiten, auf zwei Grundprinzipien basieren: Erstens sollte sie vom Ziel her gedacht werden, sich also an den Anforderungen der Praxis orientieren (Professionsorientierung). Zweitens müssen sowohl ihr Aufbau als auch die Inhalte wissenschaftlich fundiert sein (Wissenschaftsbasierung). Die Strukturen der Lehrerbildung sollten entsprechend dieser Prinzipien gestaltet werden.

 

Um die Zersplitterung der Lehrerbildung über mehrere Disziplinen und mehrere Phasen hinweg auszugleichen, empfahlen sowohl eine von der Kultusministerkonferenz beauftragte Kommission als auch der Wissenschaftsrat bereits um die Jahrtausendwende die Einrichtung koordinierender und integrierender sogenannter „Quer“-Strukturen an den Hochschulen. Inzwischen sind Zentren für Lehrerbildung bzw. Schools of Education an allen Universitäten, die sich an der Befragung des Monitors Lehrerbildung beteiligen, als Knotenpunkte für die Belange der Lehrerbildung und als Koordinierungsstellen für die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure etabliert.[1] Diese organisatorische Weiterentwicklung ist grundsätzlich sehr zu begrüßen. Die Umsetzung der Qualitätsmerkmale Professionsorientierung und Wissenschaftsbasierung hängt allerdings auch vom Rollenverständnis, der Handlungsfähigkeit und Ausstattung dieser Einrichtungen ab. Diese entsprechen leider noch nicht hinreichend der hohen gesellschaftlichen Relevanz der Lehrerbildung.

 

Dies muss sich ändern. Die Lehrerbildung darf innerhalb einer Hochschule kein Fremdkörper oder Randphänomen sein. Für sie müssen alle beteiligten Fachbereiche und die Hochschulleitung Verantwortung übernehmen. Klare Zieldefinitionen für die Lehrerbildung müssen die Grundlage für die weitere inhaltliche und konzeptionelle Gestaltung der Lehramtsstudiengänge sein. Davon sollte die Rolle der verantwortlichen Einrichtungen abgeleitet werden. Nicht zuletzt müssen Kompetenzen und Ressourcen dem Auftrag der Zentren/Schools entsprechen. Nur so können diese mit den Fakultäten einen Diskurs auf Augenhöhe führen und innerhalb der Hochschule Akzeptanz für die Belange der Lehrerbildung schaffen. Nur so können angehende Lehrer optimal auf ihren Beruf vorbereitet werden.

 

Die vorliegende Broschüre gibt einen Überblick über die heutige institutionelle Verortung der Lehrerbildung an Hochschulen. Sie benennt Herausforderungen der derzeitigen Gestaltung und entwirft Lösungsansätze, wie Zentren für Lehrerbildung bzw. Schools of Education gestärkt werden können, so dass sie ihre breit gefächerten Aufgaben erfüllen können. Wir wünschen eine anregende Lektüre.

 

Dr. Jörg Dräger
Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung

Dr. Volker Meyer-Guckel
Stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft

Dr. Ekkehard Winter
Geschäftsführer der Deutsche Telekom Stiftung

Prof. Dr. Frank Ziegele
Geschäftsführer des CHE Centrum für Hochschulentwicklung