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Monitor Lehrerbildung

© 2015 | Bertelsmann Stiftung, CHE Gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung, Deutsche Telekom Stiftung, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.

Mobilität

Vorwort

Mobilität, im Folgenden vor Allem verstanden als räumliche Verlagerung des Ausbildungs- oder Arbeitsortes innerhalb einer Bildungs- und Berufslaufbahn, war ein wesentliches Ziel der Bologna-Reform. Die Einführung vergleichbarer Abschlüsse und klarer »Sollbruchstellen« sollte deshalb die Anschlussfähigkeit und gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen verbessern. In der Diskussion um die Einführung der Bachelor-Master-Struktur stand dabei zumeist die internationale Mobilität im Zentrum. Im Bereich der Lehrerbildung stellt sich aber die Frage der Mobilität primär auf nationaler Ebene, zudem auch nach dem Studium – und mit einer höheren Dringlichkeit als bei vielen anderen Studiengängen.

In den meisten Fächern geht es darum, dass nach Umsetzung der Bologna-Reform ein Studium z.B. in Deutschland begonnen, in Frankreich nahtlos fortgesetzt und in Italien beendet werden kann. Für einen Lehramtsstudierenden lautet die Fragestellung auch 2013 immer noch: Ist es überhaupt möglich, zuerst einen Bachelor in Niedersachsen zu erlangen, dann einen Master in Nordrhein-Westfalen, anschließend den Vorbereitungsdienst in Sachsen-Anhalt zu absolvieren, um im Laufe des Berufslebens später vielleicht auch einmal in Bayern als Lehrerin oder Lehrer zu arbeiten? Die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen und -abschlüssen durch die Hochschulen und Länder ist noch lange keine Selbstverständlichkeit in Deutschland.

Vielfältige Facetten der Mobilität

Mobilität in der Lehrerbildung hat vielfältige Facetten. Sie lässt sich nach verschiedenen Zeitpunkten (während des Studiums, nach dem Studium, nach dem Vorbereitungsdienst, nach dem Berufseinstieg) sowie verschiedenen Arten unterscheiden:

  • regionale Mobilität: Wechsel der Hochschule, Wechsel des Bundeslandes, Auslandsmobilität.
  • inhaltliche Mobilität: Wechsel des Lehramtstyps bzw. der Schulform, Wechsel der Unterrichtsfächer.
  • berufliche Mobilität: Wechsel aus lehrerbildendem Bachelor-Studium in nicht-lehrerbildenden Fachmaster (und umgekehrt), beruflicher Quereinstieg mit nicht-lehramtsbezogenem Hochschulabschluss in den Vorbereitungsdienst sowie Seiteneinstieg aus anderen Berufszweigen in den Lehrerberuf.

 

Inhalt der Sonderpublikation

In der aktuellen Diskussion und dieser Broschüre liegt der Fokus auf der regionalen Mobilität. Für die zwei wohl bedeutsamsten Schnittstellen (zwischen Bachelor und Master sowie zwischen Studienabschluss und Vorbereitungsdienst) wurden deshalb mit Hilfe von Experteninterviews und Daten aus dem Monitor Lehrerbildung der Status quo sowie mögliche Hürden und Erfolgsfaktoren identifiziert. Dabei ergänzt die systematische Analyse die lückenhafte Datenlage eher, als dass sie auf ihr aufbauen kann.

Wir hoffen, dass die hier zusammengestellten Fakten und Schlussfolgerungen die weitere Entwicklung des Lehramtsstudiums in Deutschland unterstützen.

Dr. Jörg Dräger
Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung

Dr. Volker Meyer-Guckel
stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft

Dr. Ekkehard Winter
Geschäftsführer der Deutschen Telekom Stiftung

Prof. Dr. Frank Ziegele
Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung