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Monitor Lehrerbildung

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Qualitätsoffensive Lehrerbildung

Welche Ziele verfolgt die Qualitätsoffensive Lehrerbildung?

Aktuelle Herausforderungen wie die flächendeckende Umsetzung eines inklusiven Schulsystems, die zunehmende Heterogenität der Schulklassen und die fortschreitende Digitalisierung des Bildungssystems bedingen derzeit größere Veränderungen im Schulsystem und somit auch in der Lehrerbildung. Mit der Qualitätsoffensive Lehrerbildung als gemeinsamem Förderprogramm reagieren Bund und Länder auf diesen länderübergreifenden Reformdruck. Ein besonderes Anliegen war es dabei, die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen im Lehramtsstudium und von Lehramtsabschlüssen zwischen den Ländern zu fördern.1

Die Initiative hat somit auf die bislang von den Akteuren als unzureichend empfundenen Voraussetzungen zur innerdeutschen Mobilität von Lehramtsstudierenden bzw. Lehramtsabsolventinnen und -absolventen reagiert: Studienleistungen im Lehramt sowie Lehramtsabschlüsse sollen vergleichbarer und der Zugang zum Vorbereitungs- und Schuldienst bundesweit ermöglicht werden.

Zu den inhaltlichen Themen, die durch die geförderten Projekte insbesondere adressiert werden sollen, zählten in der Ausschreibung unter anderem:2 

  • die Verzahnung von Fachwissenschaften, Fachdidaktiken, Bildungswissenschaft und Praxisanteilen,
  • die Kohärenz zwischen den verschiedenen Phasen der Lehrerbildung (Studium, Vorbereitungsdienst, Fort- und Weiterbildung),
  • das Spannungsverhältnis zwischen Wissenschaftsbasierung und Professionsorientierung sowie
  • die organisatorische Verankerung der Lehrerbildung in den Hochschule

 

Auf wettbewerblicher Basis und unter Berücksichtigung eines in der Bund-Länder-Vereinbarung festgelegten Länderproporzes sollten die 85 für die erste Bewilligungsrunde eingereichten Anträge laut BMBF unter anderem danach bewertet werden, ob sie durch Nachhaltigkeit sowie durch Konzepte zur wissenschaftlichen Begleitung überzeugen.3 Ein Auswahlgremium, dem Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft, Studierende, Schulpraktikerinnen und Schulpraktiker sowie Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und der Länder angehörten, entschied im Februar und September 2015 über die 49 erfolgreichen Projekte. Damit werden in der ersten Förderphase bis 2018 bzw. 2019 insgesamt 59 lehrerbildende Hochschulen in Deutschland, davon 18 in insgesamt sechs Verbundprojekten, aus Mitteln der Qualitätsoffensive Lehrerbildung gefördert. Die veranschlagte Gesamtförderhöhe von bis zu 500 Millionen Euro macht nach Schätzungen der Hochschulen bis zu sechs Prozent der insgesamt eingeworbenen Drittmittel aus.4 Damit erhöht sich auch die hochschulinterne Bedeutung der Lehrerbildung.

Die Initiative wird in mehreren Etappen realisiert. Eine grafische Darstellung des vorgesehenen Zeitplans finden Sie hier.

"Die Qualitätsoffensive Lehrerbildung ist ein Signal, mit dem der Bund und die Länder ihre Zusammenarbeit gerade im Bereich der universitären Lehrerbildung ausbauen. Angesichts des breiten wissenschaftlichen Spektrums, das sich bei den unterschiedlichen Lehramtsstudiengängen und den damit verbundenen Studienangeboten eröffnet, sollen die Lehramtsstudierenden die Möglichkeit erhalten, diese Angebote innerhalb der eigenen Studienplanung wahrnehmen zu können. Dazu ist mitunter ein Wechsel des Studienortes notwendig. Die Länder haben daher weitreichende Festlegungen getroffen, um die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen, die an den einzelnen Studienorten erworben wurden, zu gewährleisten. Damit wird die bundesweite Mobilität der Lehramtsstudierenden spürbar verbessert. Wie eine jährliche Erhebung der Kultusministerkonferenz zu diesem Thema zeigt, wurden durch diese Vereinbarungen der Länder bislang erkennbare Mobilitätseinschränkungen bereits merklich verbessert. Das halte ich für ein gutes Signal."

Dr. Claudia Bogedan, Kultusministerkonferenz

"Da die Lehrerbildung insgesamt ein sehr komplexes Gebiet ist, adressiert die Qualitätsoffensive Lehrerbildung bewusst ein sehr breites Themenspektrum. Die Bandbreite der Themen in der Qualitätsoffensive hat es den antragsstellenden Institutionen ermöglicht, in ihren Projekten individuelle Schwerpunkte zu setzen und zu verfolgen. In der Gesamtschau der Projekte können die Hochschulen unterschiedliche Herausforderungen bearbeiten, die alle für die Lehrerbildung hochrelevant sind."

Dr. Claudia Bogedan, Kultusministerkonferenz
  1. Vgl. Bund-Länder-Vereinbarung (http:/bit.ly/1NybF5c) über ein gemeinsames Programm Qualitätsoffensive Lehrerbildung gemäß Artikel 91 b des Grundgesetzes vom 12. April 2013 § 7.
  2. Vgl. Bund-Länder-Vereinbarung (http:/bit.ly/1NybF5c)
  3. Vgl. Angaben zur Projektauswahl unter http://bit.ly/24ZEfkm
  4. Die geförderten Hochschulen, die sich am Monitor Lehrerbildung beteiligen, wurden im Rahmen der Recherche zu dieser Broschüre im April 2016 nach dem Anteil der durch die Qualitätsoffensive Lehrerbildung eingeworbenen Fördermittel an ihrem gesamten Drittmittelbudget befragt. 23 Hochschulen machten hierzu Angaben, davon eine Pädagogische Hochschule, deren Angabe hier nicht mit berücksichtigt ist.